Liegt das Smartphone bereits im Sterben?

28.02.2018 13:06

(Bildquelle: © MasashiWakui | pixabay.com)
 

Seitdem sich das Smartphone mit der Markteinführung des ersten iPhone zum echten Must-Have entwickelt hat, verbucht die Branche einen Rekordumsatz nach dem anderen. Die jährlichen Absatzzahlen von Smartphones kannten im Grunde nur den Superlativ und lagen stets über dem Wert des Vorjahres. Doch nun gab es für die erfolgsverwöhnte Handyindustrie den ersten ernstzunehmenden Dämpfer. Mit weltweit 408 Millionen verkauften Geräten nach dem vierten Quartal 2017 lag man erstmals unter dem Wert des Vorjahres, als man herstellerübergreifend noch 432 Stück an den Mann bringen konnte. Das mag erst einmal nicht sonderlich besorgniserregend oder gar bemerkenswert erscheinen. Doch bestätigt dieser erste Abwärtstrend die Prognosen derer, die bereits eine smartphonelose Zukunft vor Augen haben. Denn während Samsung auf dem diesjährigen Mobile World Congress im spanischen Barcelona das neue Samsung Galaxy S9 sowie das Samsung Galaxy S9 Plus vorstellte, galt das Hauptaugenmerk der Messe tatsächlich dem Ausbau des 5G-Netzes. Also dem neuen Datenübertragungsstandard, der die flächendeckende Vernetzung von Geräten ermöglichen soll und als ein elementarer Bestandteil der Realisierung des autonomen Fahrens gilt. Laut Meinung von Tech-Insidern wird das Smartphone in dieser vollvernetzten Zukunft mittelfristig zwar nicht verschwinden; es wird für die Nutzer jedoch nicht mehr den zentralen Platz im Umgang mit Technik und Medien einnehmen wie bisher.
 

Echtzeitübertragung ist das Wort der Stunde


Was beim ersten Lesen fast unvorstellbar erscheint, macht bei genauerer Betrachtung aber durchaus Sinn. Wer die zurückliegenden Olympischen Winterspiele im TV verfolgt hat, wird die Fülle an Echtzeitdaten und die atemberaubenden Drohnenbilder des sportlichen Geschehens bemerkt haben. Die Spiele in Pyeongchang galten als erster großer Feldtest für die 5G-Übertragung. Mit Ausbau dieser Netze in den Großstädten und, damit einhergehend, der Möglichkeit Daten in Echtzeit zu übertragen, wäre die große Stunde geschlagen für sämtliche Augmented Reality Anwendungen. Sei dies im Auto, denkbar über die Windschutzscheibe als Projektionsfläche, über entsprechende Brillen oder sonstige mit dem Auge des Nutzers gekoppelten Geräte oder eben Smartphones. Unter dem Aspekt erscheint die schwindende Relevanz des Smartphones nur logisch. Denn wozu soll der User noch ein sperriges Gerät in der Hand halten, wenn er sich die Daten viel bequemer und intuitiver direkt im eigenen Sichtfeld anzeigen lassen kann?
 

iPhone und Galaxy bald obsolet?


Die Frage, die man sich abschließend stellen kann: Ist das Verschwinden des Smartphones überhaupt schlimm? Würden wir es vermissen, wenn wir dieselben Informationen und Inhalte über andere, möglicherweise einfacher zu bedienende Devices bekämen? Zumindest würden einige der negativen Begleiterscheinungen des Smartphones wohl der Vergangenheit angehören. Bis dahin wird es uns aber weiterhin schwerfallen, iPhone X und Co. mal längere Zeit aus der Hand zu legen.